Kann das Bild einer Landschaft uns das antun, was wir unserer Umgebung angetan haben?
Steckt vergangene Gewalt in der Präsenz eines Raumes?
Das Projekt „Violent Scapes“ zeigt bosnische Landschaften in und um Sarajevo, wobei Einschusslöcher in Kriegsarchitektur als Basis für eine Camera Obscura dienen. Licht wird durch die Durchschüsse gebündelt und formt Silhouetten der Umgebung, die mit einem speziell dafür modifizierten Kameraufbau festgehalten werden können.
Anstatt detailliert die Grausamkeit des Krieges abzubilden, eröffnet die Fotografie eine Perspektive von Krieg und lässt gerade genug Raum, sich selbst in die Schusslinie zu begeben – zumindest emotional: zu sehen ist Licht, das durch ein Loch fiel, welches wiederum von einem Projektil ins Mauerwerk gerissen wurde – mit dem einzigen Ziel Menschen zu verletzen oder zu töten.