Bühnen überwinden und mit Vorhängen die Straßen kleiden.
Was ist Theater? Stattdessen könnte man genauso fragen: Was ist Mensch? Wir wollen Theater als Teil von uns verstehen, als Teil von der da vorne und dem da drüben. Als Spiegel und Resonanzfläche unserer Grimassen des Alltags und doch auch als Auslöser und Impulsgeber für die Verzerrungen in unseren Gesichtern und Leben. Aus diesem Grund wollen wir die Bühne überwinden im ganz wörtlichen Sinn: Die Themen der Menschen und der Stadt sollen über die Barriere klettern, die Schauspiel und Publikum trennt, die ehrerbietenden Bretter des Theaters einnehmen und nicht einreißen, aber doch zur Plattform umbauen für Annäherung und Auseinandersetzung.
Die Stadtbewohner überrennen die Bühne und die Bühne flutet die städtischen Gassen und was nach Chaos klingt wird zur Klarheit: Kein Tuscheln in dunklen Kämmerchen, kein Drama hinter glänzenden Fassaden, keine geschlossenen Türen. Sondern ein offener Raum für das Zusammentreffen von Ideen und Gefühlen, Wohlwollen und Aggression, Zerrissenheit und Verständnis – das soll das Theater Regensburg werden, jede Spielstätte für sich und doch als zusammengehörige Einheit, jede*r als Individuum und doch als eine zusammenhängende Gesellschaft.
Entstanden bei klein,laut Regensburg.
Für eine neue Visuelle Identität versuchte ich die Straßen der Stadt, oder genauer: die Menschen in den Straßen, ins Theater und das Theater in die Straßen zu bekommen. Ich begann mit Schwarzplänen von prominenten Orten der Stadt und definierte sie nicht durch die Grenzen der umgebenden Gebäude, sondern durch die Dichte von Menschen an diesen Orten. Diese Ansammlung wird durch eine Punktmatrix simuliert, die wiederum über ein kleines Processing-Programm gesteuert werden kann. So wird eine Corporate Identity erschaffen, die nicht durch die statische Architektur definiert ist, sondern allein durch die Individuen darin.