Eine sich auflösende Eisscholle ist oft Symbol für die Klimakatastrophe – und zweifelsfrei eine Bedrohung was steigende Meeresspiegel, kippende Ströme, etc. angeht. Aber vielleicht kann dieses Symbol als positives Bild auf Landmassen übertragen werden? Vielleicht ist es gut, wenn sich Kontinente auflösen, Grenzen verschwimmen, Landkarten eben neu gezeichnet werden müssen. Vielleicht ist es ein Anfang, driftende Kontinentalplatten zu beobachten und diese Bewegungen und Reibungen weiterzutragen.
Dafür habe ich eine Reihe fiktiver Kontinente gezeichnet, die sich überlagern, Flächen einfassen aber auch Möglichkeitsräume aufmachen. Aus Grenzlinien werden Verbindungen und Ströme, entlang derer Realitäten veränderlich bleiben. Eingefasst wird dieser Fluss von Materie, Perspektiven und Narrativen, von den sich (nunmehr) nicht mehr auflösenden, aber floatenden Eisschollen.
Kuration der Ausstellung: Leonie Charlotte Wagner, Lara Herrmann und Zoe Koebrunner.